Wirtschaftslexikon

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Handelsabkommen

Grundsätzlich sorgt ein Handelsabkommen für engere ökonomische Beziehungen zwischen zwei oder mehreren Staaten. In der Regel wird dabei ein Handel mit weniger Regulierungen angestrebt, der den Wohlstand erhöhen soll. Denn wenn Handelsbarrieren beseitigt werden, profitieren in der Regel alle Vertragspartner sowie die Verbraucher von günstigeren Produkten. Globale Abkommen werden auf der Ebene der Welthandelsorganisation WTO (Link) verhandelt. Die Vereinbarungen regeln und vereinfachen meistens den Austausch von Gütern, Dienstleistungen oder Kapital. Vertragsinhalt kann aber auch der Zugang zu Verkehrswegen oder Rohstoffvorkommen sein.

Hemmnisse

Typische Handelsbarrieren, die mit Hilfe eines Handelsabkommens abgebaut werden können, sind Zölle. Schon seit Jahrhunderten erheben Staaten zum Beispiel Importzölle auf bestimmte Produkte, um ihre eigenen Hersteller vor der Konkurrenz aus dem Ausland zu schützen. Darüber hinaus sind manche Regierungen recht erfindungsreich, wenn es darum geht, ausländische Wettbewerber vom eigenen Markt fernzuhalten oder sie zumindest zu behindern. So entstehen alle möglichen „nichttarifären Handelshemmnisse“. Das sind Vorgaben, die den Importeuren das Leben schwer machen, indem sie deren Produkte indirekt verteuern. Das können besondere Vorschriften, etwa für Verpackungen oder Kennzeichnungen, sein. Oft sollen solche nationalen Normen und Standards vordergründig die heimischen Verbraucher schützen. Mindestens so stark tragen sie aber dazu bei, mit ihrer Komplexität die Kosten für Importe in die Höhe zu treiben. Gleiches bewirken auch sogenannte Local-Content-Klauseln: Sie schreiben vor, dass Waren nur importiert werden dürfen, wenn ein bestimmter Teil der Wertschöpfung im Zielland erfolgt – selbst wenn die Einfuhr von komplett fertigen Produkten günstiger wäre.

Quelle: AKTIVonline, Michael Stark